Schadenersatz aufgrund eines Fouls beim Fußballspielen

Am 29. März 2012, von Oliver Roesner

Für einen unserer Mandanten haben wir beim Landgericht Heidelberg Anfang des Jahres ein Urteil erstritten, wonach der dortige Beklagte aufgrund eines groben Fouls anlässlich eines Fußballspieles in der Landesliga Schadenersatz zu leisten hat. Ausgeurteilt wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von € 10.000,00, daneben Ansprüche auf Verdienstausfall sowie weitere Schadenspositionen in Höhe von knapp € 14.000,00 sowie die Feststellung der Einstandspflicht auch für etwaige weitere zukünftige Schäden.

Zugrunde lag ein grobes Foulspiel. Es konnte vorliegend durch den Kläger der erforderliche Beweis für einen deutlichen Regelverstoß, das heißt für eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Regelwidrigkeit bzw. ein Überschreiten der Grenzen zwischen noch gerechtfertigter Härte und einem unfairen Regelverstoß, geführt werden. Dem Beklagten war vorzuwerfen, dem Kläger mit zumindest einem gestreckten Bein entgegengesprungen zu sein. Dies hatte unter anderem eine Unterschenkelfraktur linksseitig mit drohendem Kompartmentsyndrom und eine langwierige anschließende Behandlung des Klägers zur Folge.

Das Urteil des Landgerichts Heidelberg ist nunmehr in Rechtskraft erwachsen. Dem Beklagten ist mit Beschluss des Oberlandesgerichtes Karlsruhe vom 21. März 2012 die beantragte Prozesskostenhilfe für die von ihm ins Auge gefasste Berufung nicht zuerkannt worden.

Festzuhalten bleibt, dass selbstverständlich beim Sport auch mit Verletzungen und Fouls zu rechnen ist. Werden indes die Grenzen sportlicher Härte dergestalt überschritten, dass massive Schäden des Gegners zumindest billigend in Kauf genommen werden, ist dies nicht mehr hinnehmbar.

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